Schwangerschaft

Wassereinlagerungen

Durch eine Vergrößerung der Wassermenge im Gewebe kann es zu verstärkten Wassereinlagerungen kommen, vor allem an den Beinen und Füßen. Begünstigt werden sie zusätzlich durch langes Stehen oder Sitzen. Meistens sind sie aber nach dem Schlafen mit hochgestelltem Fußende wieder verschwunden. Bleiben sie aber bestehen oder sie verstärken sich sogar, sollte dies bei der Frauenärztin abgeklärt werden.

Ansonsten können folgende Maßnahmen Linderung bringen:

  • Bewegung!
  • Zusätzlich salzen: Salze in der Schwangerschaft mehr als gewohnt! Falls du dich durch eine salzarme Kost an wenig Salz gewöhnt hast, achte darauf, dass du täglich ca. einen Teelöffel (möglichst jodiertes) Kochsalz verwendest. Die notwendige Menge an Salz kann bei höherem Körpergewicht ansteigen (Rücksprache mit der Hebamme)
  • ausreichend trinken, 2-2,5l pro Tag
  • Schüssler Salze Nr. 8 + 10, 8-10 Tbl. über den Tag verteilt einnehmen (oder als Pulver von der Fa. Pflüger jeweils 1 gestr. TL pro Salz in 1l Wasser auflösen und über den Tag verteilt trinken), auch Fußbad mit je 10 Tbl. Nr. 8 + 10 in warmes Wasser, Füße etwa 10 min baden
  • Eiweißreich essen = 90-100g täglich (viel Milchprodukte, Milch, Eier, Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte, Nüsse)
  • Schwimmen, vor allem im Thermalbad
  • Wechselduschen und Massage der Unterschenkel Richtung Herz
  • Gekochte Kartoffeln mit Schale (bio), mit reichlich frischer Petersilie, Schnittlauch und Quark
  • Beine hoch legen
  • Stützstrümpfe
  • 37-38°C warmes Vollbad (evtl. mit einer Handvoll Salz und/oder Magnesiumchloridflocken) bis das Wasser abgekühlt ist, danach ausruhen
  • Evtl. Akupunktur (Rücksprache mit Hebamme)

Auf keinen Fall chemische oder pflanzliche Entwässerungsmittel (Diuretika) nehmen! Auch keinen Brennesseltee o.ä. trinken oder Reistage durchführen!

Geburt, Schwangerschaft

Termin­überschreitung

Etwa 4% aller Babys kommen am errechneten Entbindungstermin auf die Welt. Alle anderen kommen etwa zwei Wochen vor bis zwei Wochen nach dem Termin auf die Welt. Die Vorfreude, aber auch die Ungeduld wird natürlich ab dem Termin immer größer, trotzdem solltet ihr weiter geduldig bleiben, denn jedes Kind, hat seinen eigenen Zeitpunkt, wann es geboren werden will. Die Kontrollen ab dem ET sollten in kürzeren Abständen stattfinden, aber wenn alles in Ordnung ist, kann man auf jeden Fall 7-10 Tage abwarten. Besprecht die Situation gut mit eurer Frauenärztin und Hebamme, lasst euch alles erklären, geht aber kritisch mit dem Thema Einleitung um, denn das ist nicht immer das Mittel der Wahl. Falls aber die Ungeduld zu groß wird oder gar die Einleitung schon geplant ist, könnt ihr auch folgendes ausprobieren:

  • Viel Bewegung, spazieren gehen
  • Heißes Bad mit Meersalz
  • Natürliche Prostaglandine in der männlichen Samenflüssigkeit/Geschlechtsverkehr
  • Ätherische Öle/Bauchmassage (frage deine Hebamme um Rat)
  • Homöopathie (frage deine Hebamme um Rat)

Schwangerschaft

Geburts­vorbereitung

Neben dem Besuch eines Kurses, gibt es noch weitere Möglichkeiten euch für die Geburt vorzubereiten. Unten stehende Vorschläge könnt ihr einfach ausprobieren, wählt das aus, das euch anspricht, ihr könnt alles machen, ihr müsst es aber nicht.

  • Dammmassage:

Sinn ist es, die Scheide und die Dammregion auf die Dehnung während der Geburt vorzubereiten und die Gefahr des Einreißens zu verringern.

  • Ab 34. SSW, täglich etwa 5-10 min (auch weniger häufig, aber regelmäßig)
  • Damm-Massageöl (Stadelmann oder Weleda), Weizenkeimöl, Schüssler-Salbe Nr. 1

Beginne damit, eine kleine Menge Öl auf den inneren Schamlippen u-förmig in Richtung After zu verteilen. Führe zunächst eine Fingerspitze/den Daumen in die Scheide ein und ziehe das Dammgewebe unter leichtem Druck nach außen unten bis du ein Brennen spürst. Behalte die Dehnung bei bis das Brennen verschwindet. Dabei kannst du wieder anfangen leicht u-förmig zu massieren.

Das machst du einige Tage bis sich das Gewebe an die Dehnung und die Massage gewöhnt hat. Nun kannst du nach und nach eine weitere Fingerspitze hinzufügen.

Es soll nicht weh tun oder besonders unangenehm sein. Vielleicht kann dir auch dein Mann dabei helfen.

  • Heublumendampfsitzbäder:

Ab der 38. SSW kann 1-2 Mal wöchentlich ein Dampfsitzbad mit Heublumen gemacht werden. Es soll das Gewebe weich und geschmeidig werden lassen und so einem Dammriss vorbeugen.

Heublumen getrocknet gibt es in fast jeder Apotheke. Einen kleinen Topf mit einer Handvoll Heublumen füllen und mit kochendem Wasser übergießen. Den Topf nun in die Toilette oder das Bidet stellen und darauf sitzen solange die Dampfentwicklung anhält.

Ab dem errechneten Geburtstermin kann nach Lust und Laune ein Dampfsitzbad genommen werden.

  • Geburtsvorbereitende Akupunktur:
  • Angebot über Hebammen, FrauenärztInnen oder HeilpraktikerInnen(gerne auch über mich, Anfrage per eMail)
  • Ab 36. SSW, einmal wöchentlich für ca. 20 min, meistens etwa 4 Termine
  • keine Kassenleistung, muss privat bezahlt werden
  • Eröffnungsperiode verkürzt sich, günstigere Wehenkoordination im Geburtsverlauf, beeinflusst auch positiv Schwangerschaftsbeschwerden wie Sodbrennen, Schlafstörungen, Wassereinlagerungen und Schmerzen

  • Schüßler Salze zur Geburtserleichterung:
  • Beginn in der 38. SSW
  • Nr. 2 Calcium phosphoricum D6: Entspannungsmittel für die willkürliche Muskulatur, stärkt die Substanz und Kraft, fördert Blutbildung und Wundheilung, zur Regeneration auch nach schweren Geburten oder großem Blutverlust
  • Nr. 5 Kalium phosphoricum D6: zur Unterstützung der nervlichen und geistigen Leistungsfähigkeit, fördert die Durchblutung aller Organe, bringt frische Energie
  • Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6: zuständig für die unwillkürliche Muskeltätigkeit, sorgt für Ausgleich von Aktivierung und Entspannung der Muskeln und stärkt die nervliche Belastbarkeit, bei vorzeitigen Wehen zur Entspannung, unter der Geburt zur Schmerzlinderung und zum Rhythmisieren und Kräftigen der Wehentätigkeit, auch gut bei Rückenschmerzen (Salbe Nr. 7) und Schlafstörungen

Mögliche Dosierungen:

  • Von jedem Salz je 8-10 Tbl./Tag im Mund zergehen lassen
  • z. B.: Morgens Nr. 2, Mittags Nr. 5, Abends Nr.7 als „Heiße 7“ (in einem Becher abgekochtem Wasser aufgelöst, möglichst heiß trinken)
  • Schüßler Salze als Pulver von der Fa. Pflüger, jeweils 1 gestr. TL pro Salz in 1l Wasser auflösen und über den Tag verteilt trinken

  • Ab 36+0/37+0 SSW 6 Datteln über den Tag verteilt essen

Wie ihr die Datteln esst, könnt ihr selbst entscheiden, z.B. im Smoothie, im Salat, pur… 2 Studien haben die positive Wirkung für die Geburt belegt, die unter anderem sein können:

  • intakte Fruchtblase bei der Geburt (kein vorzeitiger Blasensprung)
  • verkürzte Latenzphase
  • kürzere Austrittsphase/aktive Geburtsphase
  • schnellere Plazentageburt
  • weniger Wehenmittelgabe unter Geburt nötig
  • Louwen-Diät bzw. Ernährungsumstellung ab 6 Wochen vor der Geburt
  • soll die Geburt erleichtern
  • Verzicht auf bestimmte Kohlenhydrate, vor allem Weißmehlprodukte und Süßigkeiten
  • Vermeidung von hoher Insulinausschüttung
  • Prostaglandine können sonst nicht an die Rezeptoren für die Muttermunds-Reifung binden, da diese durch Insulin besetzt sind, da Insulin an dieselben Rezeptoren bindet
  • Prostaglandine sorgen ungebunden im Blut für eine erhöhte Schmerzwahrnehmung
  • Vorsicht bei bestimmten Stoffwechselerkrankungen, z.B. Diabetes, unbedingt vorher Rücksprache mit dem Arzt/der Hebamme halten!

Nähere Informationen dazu z. B. unter https://www.muetterberatung.de/louwen-diaet-ernaehrungsumstellung-zur-leichteren-geburt/

Schwangerschaft

Eisenmangel

Eisenmangel kommt in der Schwangerschaft häufig vor. Durch ein erhöhtes Blutvolumen kommt es zu einer relativen Blutverdünnung. Um diesem vorzubeugen oder einen leichten Mangel auszugleichen gilt es vor allem auf die Ernährung zu achten.

  • Kaffee, Schwarztee und Zucker meiden
  • Eisen wird am besten in Verbindung mit Vitamin C (Sanddorn hat sehr viel Vitamin C) aufgenommen
  • Floradix-Kräuterblutsaft oder Dragees
  • Schüssler Salz Nr. 3, 3×2 Tbl./Tag
  • Schwangerschaftstee (mit einigen Tropfen Zitrone)
  • Rote Beete, Karotten, auch als Gemüsesaft
  • Dunkle Beeren, vor allem Holunder, Himbeeren, schwarze Johannisbeeren
  • Nüsse, insbesondere Paranüsse
  • Grünes Blattgemüse
  • Frische Kräuter
  • Hülsenfrüchte
  • Weizenkeime, Hirse, Dinkel
  • Dunkles Fleisch
Schwangerschaft

Sodbrennen

Viele Schwangere leiden mehr oder weniger stark unter Sodbrennen. Ursache ist einer Weiterstellung der Speiseröhre und des Mageneingangs und eine verstärkte Sekretion von Magensäure. Später in der Schwangerschaft spielt auch die Zunahme der Gebärmutter eine Rolle. Kommt es zu unangenehmen Beschwerden, gibt es einige Hausmittel, die ihr ausprobieren könnt.

  • viele kleine Mahlzeiten essen
  • langsam einige Haselnüsse oder Mandeln kauen
  • 1 Kartoffel schälen, klein schneiden; gemeinsam mit 2 Teelöffeln Leinsamenkörnern (nicht geschrotet) und 1 Teelöffel Kümmelsamen mit 1l Wasser aufsetzen, 20min. kochen lassen, abgießen. Über den Tag verteilt warm trinken; morgens ½ Stunde vorm Frühstück, abends als Letztes.
  • ein halber Teelöffel mittelscharfer Senf
  • auf Süßes, saure Speisen und Getränke sowie auf Kaffee möglichst verzichten
  • ein Glas Milch trinken
  • Basica
  • Heilerde, auch als Dragees
  • Kaisers Natron (1 TL in ein Glas Wasser)
  • Schüssler Salz Nr. 9, 3×2 Tbl./Tag
Schwangerschaft

Übelkeit

Durch die hormonelle Umstellung, aber auch Stress oder psychische Ursachen, kann es zu mehr oder weniger stark ausgeprägten Übelkeit kommen. Meist lässt diese nach den den ersten 12 Wochen wieder nach.

  • Vor dem Aufstehen schon im Bett eine Kleinigkeit essen oder einen warmen Tee trinken.
  • Mehrere kleine, leichtverdauliche Mahlzeiten über den Tag verteilt
  • Ruhe!!!
  • Frage deine Hebamme nach Homöopathie, Aromatherapie, Akupunktur und anderen alternativen Möglichkeiten.
Schwangerschaft, Wochenbett

Hebammenhilfe

Melde dich möglichst früh in der Schwangerschaft bei einer Hebamme, am besten schon gleich nach Bestätigung der Schwangerschaft. Die Betreuung der regelrechten Schwangerschaft, der Geburt und des Wochenbettes gehört laut Hebammengesetz zum Aufgabenbereich der Hebamme. Hebammenhilfe kann von jeder Frau in Anspruch genommen werden, die Kosten übernimmt die Krankenkasse.

Auch speziell für die Geburtsvorbereitung solltest du dich rechtzeitig anmelden (am besten noch vor der 20. SSW). Die Kurse beginnen meistens um die 28. SSW und werden von den Krankenkassen bezahlt (14 Stunden). Es gibt Frauen- oder Paarkurse, das ist abhängig von der jeweiligen Hebamme.

Schwangerschaft

Sport

Sport und Bewegung in der Schwangerschaft sind für Mutter und Kind von großem Vorteil. Schwangerschaftsbeschwerden wie z.B. Rückenschmerzen werden gelindert, das Wohlbefinden gesteigert und Risiken, wie Präeklampsie, Bluthochdruck, Schwangerschaftsdiabetes und übermäßige Gewichtszunahme werden damit reduziert. Außerdem haben Studien gezeigt, dass die Schwangeren fitter für die Geburt sind und es weniger Geburtskomplikationen gibt.

Empfohlen werden mindestens 150 Minuten körperliche Aktivitäten pro Woche, dabei sind Sportarten wie Walken, Schwimmen/Bewegung im Wasser, Radfahren, Wandern oder im Winter Langlaufen gut geeignet.

Schwangerschaft

Dauer

Eine Schwangerschaft dauert 280 Tage, 40 Wochen oder 10 Mondmonate à 28 Tagen.

Man kann sie auch in drei Phasen unterteilen:

1.-16.SSW = Phase der Anpassung/Auseinandersetzung

In dieser Zeit finden vielfältige Veränderungen im Körper einer Frau statt, sie muss sich physisch und psychisch auf die neue Lebenssituation einstellen.

17.-28.SSW = Phase des Wohlbefindens

Die körperliche Umstellung ist geschafft, die ersten Kindsbewegungen werden spürbar und die Freude auf das Kind nimmt zu.

29.-40.SSW = Phase der Belastung

Die Beweglichkeit ist zunehmend eingeschränkt, alles wird anstrengender und die langsam verstreichenden Wochen bis zur Geburt stellen eine Geduldsprobe dar.

Schwangerschaft

Gewicht & Ernährung

Eine normale Gewichtszunahme beträgt etwa 10 bis 16 kg. Es ist auf eine gesunde, ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung zu achten.

Der Energiebedarf steigt nur wenig an, dafür aber der Bedarf an Folsäure, Eisen, Jod, Kalzium und Vitaminen. Folsäure und Jod müssen supplementiert werden, der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen kann über gute Ernährung abgedeckt werden. Die Zeit der Schwangerschaft sollte dazu genutzt werden, das eigene Essverhalten zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern. Übergewichtige Frauen haben in der Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck, Frühgeburten und Geburtskomplikationen.

Schwangere sollten auf einen regelmäßigen Verzehr von Gemüse und Obst (etwa 5 Portionen am Tag), Vollkornprodukten, fettarmer Milch und Milchprodukte, fettarmem Fleisch und Meeresfisch achten. Öle und Fette (Pflanzenöle bevorzugen) sparsam verwenden, Süßigkeiten und Snackprodukte nur gelegentlich.
Es sollte reichlich getrunken werden, vor allem kalorienfreie oder -arme Getränke. Kaffee oder Schwarztee sollte in Maßen getrunken werden, zwei bis drei Tassen Kaffee pro Tag werden als unbedenklich angesehen. Auf Alkohol muss absolut verzichtet werden. Der Nikotinkonsum sollte so weit wie möglich reduziert, am besten natürlich ganz eingestellt werden.